Mami fährt weg

Ruinenbar und Sexbad. Budapest – Sehenswürdigkeiten und Insider-Tipps.

18. Februar 2016

Budapest Tipps für einen Städtetrip, einen Wochenendausflug und eine Partnerreise…

Die ungarische Hauptstadt hat rund 1,7 Millionen Einwohner, liegt in Mittelungarn, wird von der Donau geteilt, gilt als die Stadt, in der die meisten internationalen Filme gedreht werden und ist bekannt als „Badestadt“. Aus den insgesamt 123 Quellen und Brunnen im Stadtgebiet sprudeln pro Tag rund 70 Millionen Liter 23°C-78°C warmes Wasser. Dies nutzten schon die Römer, die Türken und die Österreicher während ihrer jeweiligen Herrschaften vor langer Zeit. Und in dieser lang vergangenen Zeit hat Budapest schon glanzvollere Tage erlebt als in den letzten Dekaden. Insgesamt hat man das Gefühl, die Stadt ist auf der Suche nach vergangenen Sissi-Ruhm, versucht den Kommunismus zu überspringen und findet jedoch leider am Ende Viktor Orbán… Trotz, weil oder ob der Geschichte gibt es in Budapest Sehenswürdigkeiten die unerwartet, wundervoll und auf jeden Fall entdeckenswert sind…

Budapest Sehenswürdigkeiten: einmal Buda, einmal Pest

Wenn man sich die Sehenswürdigkeiten strategisch aufteilt, gut zu Fuß ist, sich nicht dennoch nicht vor magyarischen Verkehrmitteln (die Budapester U-Bahn ist das zweitältesete U-Bahnsystem der Welt) scheut und zentral wohnt, kann man innerhalb von kurzer Zeit viel sehen und erleben.

Anreise: von München aus am einfachsten mit dem Railjet, einer österreischischen Bahnversion, die für Hin- und Rückfahrt in der 1. Klasse pro Person mit nur 169,00€ zu Buche schlägt. Vom Bahnhof (Keleti pályaudvar) aus mit dem Taxi in die Innenstadt. Hier sei erwähnt, dass Smartphones vor Abzocke schützen, denn die Taxler versuchen „Zonenpreise“ aufzurufen und das Taxameter nicht laufen zu lassen – haben aber gleichzeitig ihre regulären Preise pro km Strecke (für Landsleute)? am Fenster kleben. Schneller Blick aufs Smartphone verrät die wirkliche Distanz und man erklärt em Taxler, er möge bitte entsprechend abrechnen…

Hotel: Das Designhotel Lanchid liegt am Budaer Donauufer, direkt an der Burg. Also perfekt zentral für Ausflüge in jegliche Richtung.

 

Budapest - Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten: Die nicht ganz so blaue Donau teilt die ungarische Hauptstadt in zwei Teile: Buda und Pest. Auf der eher hügeligen Budaseite befinden sich die herrschaftlichen Sehenswürdigkeiten wie der Burgpalast mitsamt Nationalgalerie, Nationalbibliothek und Historisches Museum, der Präsidentensitz (Sándor-Palota) die Fischerbastei und die Matthiaskirche (hier wurde Sissi zur Königin von Ungarn gekrönt) Als Zwischenstopp empfiehlt sich nach der Fischerbastei eine heiße Schokolade im Hilton. Von dort hat man einen weitestgehend touristenfreien Ausblick auf die andere Donauseite. Auf der östlichen Donauseite, der Pestseite befinden sich die sehenswerte historische Markthalle, die größte Synagoge Europas (10€ Eintritt!!!), die Oper, das Parlamentsgebäude, die St-Stephans-Basilika, die Budapester Shoppingmeilen Vaci Utca, Fashion Street und Andrassy Utca, der Heldenplatz – und das hauptsächliche Leben der Stadt.

Gellert Bad   Bäder: In der Badestadt muss man ins Bad. In guter Erinnerung ist noch der ERGO-Sexskandal, der im Bad des Gellert-Hotels stattfand. Ergo waren wir dort… Weniger „belastet“ und ebenso sehenwert sind die Bäder Széchenyi, Rudas, Lukacs und Király. Gerade Letzteres ist noch sehr ursprünglich und unglaublich charmant.

Kaffehauskultur: ähnlich wie in Wien gibt es auch in Budapest eine an de k.u.k.-Zeit erinnernde Kaffehauskultur. k.u.k. steht hier zwar nicht für Kaffee und Kuchen, der Zusammenhang zur kaiserlich und königlichen Zeit und die Wichtigkeit sind aber vergleichbar. Das bekannteste und überlaufendste Kaffeehaus ist das Café Gerbaud. Doch es gibt auch noch versteckte wunderbare Häuser, wie das Book Café im 1. Stock eines Buchladens oder das Café NewYork im Hotel Boscolo.

Essen: das ungarische Essen ist deftig – und fleischlastig. Trends wie „Superfood“ oder „veganes Essen“ sind bei den Ungarn nicht Bildschirmfoto 2016-02-18 um 13.49.59zu erkennen. Typisch ungarisches Essen zum Mitnehmen gibt es in der historischen Markthalle (Langós – eine Art selbst zu befüllende Pizza mit Sauerrahm) und abends im Kispiac Bisztro. Wer es vornehmer mag, (und eine Reise in die 1980’er nicht scheut) geht ins bekannte Gundel und bestellt den klassischen Ententeller… Gute nicht-ungarische Lokale sind das Matrjoschka Birzto (russische Küche), sowie die besondere Empfehlung von der ungarischen Bloggerin Lainey das Pata Negra (spanische Küche). Weitere Empfehlungen sind noch das Restaurants Kogart, Karpatia und das Muszeum Restaurant. Natürlich preisen Ungarn den ungarischen Wein (Tokajer) an. Wir haben versucht und beschlossen den Ungarn noch ein bisschen Zeit für ihre Weine zu geben…

Nachtleben: ein Muss, wenn auch sehr touristisch sind die sogenannten Ruinenbars. Allen voran, das Szimpla Kert, das sehr an das Budapest - TippsBerliner Tacheles zu seiner besten Zeit erinnert. Weitere Bars sind Fogas Haz (auch Ruinenbar/-club) oder Ankert.  Eine schöne Dachterasse kann der Club  Corvintetö vorweisen, die Bar Bestia noch ein Geheimtipp von Lainey ist. Wem das nicht reicht, der findet etwas auf der Kyrali Utca, denn dort reiht sich eine Bar an die andere.

Shopping: nun gehört Budapest nicht in die Reihen der Modehauptstädte. Dennoch sind natürlich alle bekannten Ketten vertreten (zu bekannten €-Preisen, in HUF), besonders auf der Váci Utca. Aber es gibt sie durchaus, die ungarischen Fashio-Highlights: Retrock mit seinem eigenen Label nanushka oder der Black Box Concept Store.

Fazit: Smartphone beim Taxi nutzen, niemals Geld auf offener Straße wechseln (ja – da gibt’s keine €, sondern Ungarische Forinth), in einer Ruinenbar das Nationalgetränk Fröccs (Weinschorle) trinken, in eines der Stadtbäder gehen und auf Fleischverzicht pfeifen und vielleicht sogar Entenleber essen… Und dazu unbedingt erst mal nach Budapest fahren!

Wichtige Sprachfetzen.
Guten Tag – Jó napot.
Danke – Köszönöm.
Gibt es auch etwas ohne Fleisch? – Húsmentes étel is van?
Ja, ich bin Tourist aus Deutschland. Wollen Sie mich übers Ohr hauen? – Igen, túrista vagyok. Át akar verni?

Vielen lieben Dank geht an meine Cousine Kati v. L., die in Budapest studiert (und uns das Nachtleben gezeigt hat) und an Lainey vom tollen Blog THE SENSE.

 

 

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