Erwachsene, Kinder

Elf Jahre alt. Fahrrad. Lastwagen. Tot.

26. Mai 2019

Ein elfjähriger Junge wurde vom Lastwagen getötet. Bei uns.

Am Montag starb ein kleiner Junge auf seinem Nachhauseweg von der Schule. Er überquerte bei grün, ordnungsgemäß die Straße. Der Lastwagen hat ihn nicht gesehen. Der Lastwagen fuhr ihn tot. Es war 150 Meter vor unserem Haus. Er war ein guter Freund meines Sohnes. Er war der Sohn einer guten Freundin. Er war der Bruder der besten Freundin meiner Tochter. Er war ein Teil von uns Allen.

Dies soll nicht darüber gehen, was der sinnlose Tod eines unschuldigen Jungen bei mir bei meinen Kindern auslöste. Dies soll nicht der Versuch sein zu beschreiben wie es der Mutter geht, die ihren Sohn begraben muss. Ich kann nicht darüber schreiben, nicht beschreiben. Es wären nur Fragen. Ungläubige Fragen des WARUMS?

Ich möchte hier alle Eltern, Großeltern, Babysitter erinnern, dass es wichtig ist Kinder und sich selbst für den Verkehr zu erziehen. Nicht nur einmal. Immer wieder.

Hier ein paar eigentlich alte, aber wichtige Hinweise

  • Das Verhalten der Kinder im Verkehr üben und überprüfen.
  • Hinweisen, dass weder „grün“ noch Zebrastreifen sicheres Überqueren bedeuten.
  • Verkehrserziehungsangebote der Polizei wahrnehmen.
  • Aufzeigen von sicheren Wartestellen an Ampeln, zB hinter dem Mast.
  • Passende Fahrrad- und Fahrradhelmgröße. Letzteren IMMER tragen!
  • Als Erwachsener auch Regeln befolgen: NIEMALS bei rot über Ampeln gehen. Sich selbst und Kinder IMMER anschnallen. Handy weg!
  • Das Wichtigste: NIEMALS EILE EINFORDERN.
    Lieber eine grüne Phase durchlassen. Lieber einen Lastwagen vorbeilassen.
    Lieber darf das Kind zu spät kommen. Wichtig ist, es kommt an.

Wir haben hier viel über die Gefahren im Verkehr gesprochen. Wir haben hier viel über den Tod gesprochen. Und ich werde in ein paar Wochen -hoffentlich ohne weiteren tragischen Anlass- wieder mit meinen Söhne darüber sprechen. Dass sie nicht vergessen – nicht die Gefahren, nicht die mögliche Konsequenzen. Ich weiß, ihren Freund werden sie nicht vergessen.

——————————————————————————————————————–

Der Unfall war einer von drei tödlichen Unfällen allein in der letzten Woche, in welchem ein Lastwagen einen Radfahrer aufgrund des „toten Winkels“ übersehen hat. Weil zur Verfügung stehende Technik nicht verbaut, nicht genutzt wurde. Es ist eine lebensgefährliche Schande.
Folgende Petitionen fordern ein Handeln von Herrn Scheuer. Ein Handeln für die schnelle Einführung des Abbiege-Assistenten, der Leben retten kann. Aufgrund des oben erwähnten Unfalls auf change.org und eine bereits länger laufende Aktion bei weact.campact.de

Jede Tat zur Unfallvermeidung zählt!

You Might Also Like

1 Comment

  • Reply Kristin 27. Mai 2019 at 3:52 pm

    Mir fehlen die Worte. Es ist so so furchtbar.
    Ich für meinen Teil habe die Petitionen unterschrieben und heute für unsere LKWs die Tote-Winkel-Assistenten bestellt. Der Einbau in den ersten erfolgt bereits in dieser Woche.
    Mein herzliches Mitgefühl den Hinterbliebenen und allen die um die Opfer trauern.

  • Leave a Reply

    Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.