Erwachsene

Mit dem Föhn auf den Marktplatz? Mach ich – bin INFLUENCER!!

10. Juli 2018

Berufswunsch von Teenagern: „Ich werde Influencer!“

Schon immer gab es „Traumberufe“. Zu meiner Zeit waren dank Kristiane Backer und Claudia Schiffer die Mädchenberufe MTV-Moderatorin und Supermodel ganz weit oben auf er Wunschliste. Im TV oder zumindest auf dem Cover der Fernsehzeitung zu erscheinen, schien ein erstrebenswertes Lebensziel. Die Zeiten ändern sich: MTV gibt es nicht mehr, Frau Backer kehrte dem Ruhm den Rücken und konvertierte zum Islam, Frau Schiffer ist fast 50 und wohnt auf einem englischen Bauernhof. OUT! Was gestern TV, ist heute das www – der neue Traumberuf heißt INFLUENCER. Doch war es früher klar, was die Aufgaben einer MTV-Moderatorin oder eines Mannequins sind, ist es heute äußerst unklar, was ein Influencer so macht. Egal, schließlich ist man dann bekannt und bekommt für was auch immer Geld – ein Traumberuf also…

Von Influencern, der Stangensalami und Followern aus der Ex-UdSSR

Nun sind sie also da. Die Influencer. Und sie vermehren sich. Ähnlich wie beim Wasserungeheuer Hydra – schlägt man einen Kopf ab, wachsen zwei Neue nach. Manche kennt man (weil sie sich selbst hydraartig vermehren wie zum Beispiel die Kardashians), Andere kennt man nicht – die machen aber schöne Fotos oder Videos. Und dafür bekommen sie Produkte und/oder Geld. Manche machen das Alles ganz gut, manche eben nicht. Und hier das Phänomen: noch ist es fast egal, ob man es gut oder schlecht macht – man bekommt IMMER Geld oder Geldwertes! Hauptsache die Followerzahl oder Reichweite passt. Inhalt ist egal. Da hüpft die Arztbloggerin gerne mit der Stangensalami in die Badewanne, die Mami-Bloggerin schmiegt sich im Bikini lasziv an den Backofen oder der Seifenoperndarsteller nimmt seine Weichspülerflasche mit ins Ehebett. Wahre Alltagsszenen eben, gerne verhashtagged (#) mit einem Produktnamen. Schließlich spielt es ja keine Rolle wie viele von den 50.000 Instagramfollowern der Mamibloggerin auch andere Mamis (Zielgruppe) oder eher pubertierende Freaks aus Kasachstan (keine Zielgruppe) sind. Wichtig ist, dass der Busen gut ausgeleuchtet ist, die Likezahl stimmt und die dm-Windel genannt wurde.

       

Wer ist hier der Boss?

Toll sind auch die Influencer, die schon so wichtig sind, dass ihnen der Auftraggeber nicht mehr wichtig sein muss. Da kann man getrost auch einfach mal den Voschlagstext der beauftragenden PR-Firma komplett unters Bild setzen (man achte, dass sogar die Uhrzeit vorgegeben wurde…) wie Herr Disick, ein Auswurf der oben genannten Kardashians.  Oder sich auch einfach gar keine Gedanken machen und den ehrenwerten Produktsponsor fast unerkennbar neben das Essen packen.

 

Es hat aber doch auch sehr oft einen wirklich hohen Spaßfaktor. Der Föhn zwischen den Tauben, die Puddingschale auf dem leeren Fussballfeld, Wafflegoals and Wristgoals (???) – Alles Dinge, die wir ohne Influencer wohl niemals zu Gesicht bekommen würden. Also DANKE liebe Influencer! Beglückt uns weiter – zumindest so lange bis der Trend in Richtung Inhalt geht…

       

Ich bleibe Euch treu – solange es Euch so noch gibt!

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