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InStyle: Annette Weber und der Realitätsverlust

19. Oktober 2015

Fashion Must Haves: Dünner Körper, dickes Konto…

Ich mag Klamotten, ich shoppe gerne, ich „lese“ InStyle… Es gab die Zeit, da beschwerte sich die Welt über Size Zero Models, die junge Frauen in die Magersucht treiben. InStyle zeigt sehr dünne Mädchen – in Werbung und Fotostrecken. Ich bin gut über 30 Jahre, Mutter von Dreien, bin also weder psychisch noch physisch in der Lage Größe 32 haben zu können. Damit habe ich mich abgefunden. Doch nun der neue Schock: Annette Weber, Chefredakteurin der InStyle sagt Jeansshort für 1.350€ (Ausgabe Juli 2015), Ohrringe für 165.000€ (Ausgabe September 2015) und -unter der Überschrift „Tonangebend“- eine Handtasche für „circa“ 30.000€ (Ausgabe September 2015) seien nun im Trend… Ich muss mich also damit abfinden, dass ich nicht nur zu dick, sondern auch definitiv zu arm für Mode und Trends bin!!!

Man kann nie reich und dünn genug sein (angeblich Wallis Simpson)

Ich frage mich wer die Zielgruppe von InStyle ist. Laut Mediadaten besteht die Hauptleserschaft aus gutverdienenden Frauen zwischen 20 und 29 Jahren. Laut Realität können es nur Topmodels oder Begleiterscheinungen russischer Oligarchen sein. Wer ist jung, hübsch, dünn und verdient so so so gut, dass eine tonangebende It-Bag für den Preis eines Kleinwagens mitgenommen werden kann? Was ist das Ziel von InStyle? Uns träumen lassen, wie unser Leben hätte sein können, wenn – hmm, ja wenn…? Uns zu demotivieren, dass wir Gezeigtes uns niemals leisten können. Und wenn wir uns aber doch eine Chloé Drew-Bag vom Mund absparen, sehen wir dennoch nicht so aus, wie die Models, denn wir sind ja zu dick… Lustigerweise findet man neben der vorgestellten unerschwinglichen Ware einseitige Werbung von C&A… Die Anzeigenleitung scheint hier also etwas flexibler zu sein als die Redaktion. Und doch zeigt genau das: die Shoppingrealität findet sich irgendwo zwischen Tiffany&Co und C&A… Annette, es wäre also schön, wenn Du uns in Deiner InStyle mal „Tonangebendes“ aus der erschwinglichen Produktwelt zeigen könntest… Ich freu mich drauf.

 

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6 Comments

  • Reply Cleverones 22. Oktober 2015 at 8:35 pm

    Ich lese Annettes InStyle nicht. Aber nach deinem Artikel werde ich das dringend nachholen müssen. Ich glaube, meine Frau hat gerade eine da…

    • Reply Mami und Gör 26. Oktober 2015 at 2:43 pm

      Lieber Cleverones, dann sei mal cleverly schnell, denn lange macht’s die Annette nicht mehr…
      Vier Tage nach meinem Artikel verkündete BURDA man trenne sich von Annette Weber… Nun frage ich: Zufall???
      http://meedia.de/2015/10/23/annette-weber-tritt-als-instyle-chefredakteurin-ab-kerstin-weng-uebernimmt/

    • Reply Bianca vaitl 5. März 2017 at 12:08 am

      Es fehlen mir die Worte über den besondersten Mensch der mir als Künstler und Sooooo unglaublich vielen kreativen
      Menschen eine Chance gegeben hat und eine Plattform… Und nicht nur das sondern auch dieses Magazin zu einer sucht gemacht wie die Bibel…Bitte schreiben Sie nicht so über einen Menschen den sie nicht kennen.. Sie würden sie lieben!
      Ich lese das zum erstenmal bzw.antworte

      • Reply Mami und Gör 8. März 2017 at 11:20 am

        Ich vernehme: Annette Weber hat die Instyle zur gleichen Sucht gemacht wie die Bibel. Und noch eine Plattform für kreative Menschen und Dich als Künstler. Ich bin dann wohl doch beeindruckt von ihr…

  • Reply Cleverones 26. Oktober 2015 at 3:26 pm

    Soso. Kerstin soll richten. Dabei kann dann ja nur a weng besser werden…

  • Reply Die BILD sagt wie man Mütter erkennt. Ich kläre auf. - Mami und Goer 28. Dezember 2015 at 9:07 pm

    […] ich gebe es zu. Ich lese nicht nur InStyle, sondern klicke auch täglich auf bild.de. Warum? Es geht schnell, es ist bunt, es erlaubt beim […]

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