Kinder

Der neue Hotel-Trend: Kinder verboten!

24. Februar 2016

Hotel-Trends: Von familienfreundlich zu Kinder-verboten

Keiner, keiner, keiner weiß besser wie sehr Kinder nerven können als Eltern. Und dass andere Kinder immer besonders nerven, zeigt sich gerne in Kinderhotels. Zwei Erwachsene üben sich schon am Frühstücksbuffet in der Manndeckung der eigenen zwei Kinder – Mami übernimmt den Großen, Papi den Kleinen. Schwieriger wird es -wie bei uns- wenn zwei Erwachsene schon zur Raumdeckung übergehen müssen, da die Anzahl der Kinder die der Erwachsenen übersteigt. Also gehen wir in Schichten los zur Cornflakes-Auswahl. Zurück zu weniger strukturierten Eltern. Während Mutter und der Große schon wieder am Tisch sitzen, weiß der Kleine noch nicht welche der erschreckend bunten Kellogs er haben möchte. Der Vater wird ungeduldig und lädt ihm alles, was rumsteht in die Schale. Die Folge: Das Kind rebelliert und ein Gemisch aus Haferflocken, HoneyPops, FruitLoops und tränenüberströmten Balg liegt am Boden. Der Vater schimpft, das Kind heult noch mehr. Das Putzkommando rollt an und blockiert den gesamten Zugang zu den Cerealien. Ja, echt nervig diese Kinderhotels, und diese Kinder. Um andere Kinder zu vermeiden, kann man mit der eigenen Brut in einem „normalen Hotel“ absteigen. Aber Achtung – dort finden sich auch „normale Erwachsene“, ganz ohne Kinder. Und die könnten sich durch die bloße Anwesenheit von Kindern generell gestört fühlen. Also erdachten sich findige Hotelbesitzer ein neues Konzept: Neben Kinderhotels, Hotels gibt es seit ein paar Jahren auch die „Kinder-verboten-Hotels“. Der neue Hotel-Trend geht weg von familien-freundlich, hin zu „erwachsenen-freundlich“. (Selbstbeschreibung des kinderfreien Antoniushofes im Bayerischen Wald).

Erwachsenenfreundlich = Kinder verboten? Der Bund verwarnt…

Vorgestern sah sich die Antidiskriminierungsstelle des Bundes veranlasst Hotels zu rügen, die Kinder unter 16 Jahren als Gäste ablehnen. Dieses Vorgehen könnte ein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz sein. Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) befand die Rüge als überzogen. „Das ist nicht Diskriminierung, sondern freier Markt“, so der bayerische Dehoha-Präsident Ulrich N. Brandl. Der Spagat zwischen ruhesuchenden Erwachsenen und den Ansprüchen von Kindern sei für einige Hoteliers nicht zu schaffen. Daher müsse man sich spezialisieren. Geht da etwa ein Trend um?

Wer stört denn hier wirklich?

Die eigentliche Frage ist doch, warum erst jetzt so viele Hotels mit der Spezialisierung „Adults only“ hausieren gehen? Gibt es einfach zu viele Hotels und man muss sich abgrenzen? Sind Kinder heutzutage unerzogener, lauter, störender? Ist der Anspruch von und an Familien gewachsen? Sind Erwachsene erholungsbedürftiger und lärmempfindlicher als früher?  Hotels und Kinder gab es schon immer, aber nun kommt ein Pflock dazwischen, den selbst der Bund mahnt…

Auf der anderen Seite: JA, ich will keine anderen nervenden Kinder um mich haben, wenn ich mit Freundinnen für zwei Tage ins Wellness fahre… Da will ich Ruhe! Da will ich Entspannung!

Es ist also doch wieder ein großes Gesellschaftsthema. Ein Thema, das Eltern von Nicht-Eltern unterscheidet. Ein Thema, das in die Lager gesellschaftssichernd oder intolerant spaltet. Was also nun? Und natürlich habe ich dafür einen Vorschlag: einen ausgeklügelten Fragebogen… Dieser erforscht -höchst subtil und einfühlsam- beim Check-in im Hotel den Grund warum man in ein Kinder-verboten-Hotel geht. Ist die abzuleitende Antwort: „Weil ich selbst Kinder habe und gerne EINMAL Ruhe haben möchte“ passiert einfach nichts…  Ist aber nach mehreren Aufenthalten in einem „erwachsenenfreundlichem“ Hotel die klare Tendenz „Ich finde Kinder nervig, laut und abstoßend“ zu erkennen, findet man kurze Zeit später einen offiziellen Bescheid im heimischen Briefkasten vor: „Ihr jetziger und künftiger Rentenanspruch wurde ersatzlos gestrichen. “

Generationenvertrag sei Dank.

 

 

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2 Comments

  • Reply Lotta 8. Januar 2017 at 5:39 pm

    Und was kommt auf die Antwort „ich kann keine Kinder haben und es macht mich traurig, von Ihnen umgeben zu sein?

    • Reply Mami und Gör 24. Januar 2017 at 2:52 pm

      Liebe Lotta, dasnn würde ich Dir versichern, dass es mir für Diejenige sehr sehr leid tut.

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