Erwachsene

„Mami macht ’ne Mami-Pause!“ – LUG UND BETRUG!

12. Januar 2017

Mami-Pause. Nicht Sport…

Ich war beim Sport. In Miami. Selten waren meine Mitturnerinnen so gestlyt und operiert wie dort. Ich fiel aus der Reihe, denn meine Brüste fielen – Schwerkraft, Baby… Die mittzwanzigjährige Physique-57-Vorhopstante ist bei ihrem 78. Sit-up angekommen und schreit bestgelaunt in die Runde: „Hophophop Ladies, Ihr könnt das, Ihr braucht noch keine Pause“. DOCH FOR FUCK’S SAKE – tu ich wohl! Woher willst Du denn das wissen? ICH brauche nun eine Pause! Und warum zum Henker bretzelt Ihr Euch so auf für den Sport in einem DAMENFITNESS-Studio? Da lag ich nun -ungestylt rotgeschwitzt- am Boden mit schräg-schmerzender Bauchmuskulatur und dachte mir: Ich will an den Pool, allein, mit einer GALA. Ohne Kinder, ohne Auftrag, ohne Sport-Nazi… Ich will eine Pause! Von der endorphin-gedopten Strahlesportlerin und den botox-infusionierten Fitness-Lemmingen. Ich will mich erholen!!!

Die Kernfrage: Mami-Pause oder Mami’s Erholung?

Ich habe das Recht auf Pause. Und das Recht auf Erholung. Doch hier liegt der Hund begraben! Denn Pause bedeutet nicht automatisch Erholung. Der Beweis ist hier unter anderem das oftmals -falsch- genutzte Wort „Elternpause„. Jeder weiß, dass die Idee ein Kind zu bekommen um nicht mehr arbeiten zu müssen äußerst kontraproduktiv ist. Nichts, aber auch gar nichts ist mit Kindern eine Pause! Allein schon vom reinen Zeitaufwand: Ein Jahr Elternpause bzw. -zeit versus 18 Jahre Erziehungsauftrag. Und dann will man ja jobtechnisch doch auch noch am Ball bleiben und macht da auch keine 100%ige Pause, sondern informiert sich ab und an online was so abgeht… Pause bedeutet oftmals einfach nur „das Zeug halt später machen“. Meine von der fitten Fitnessbraut verschmähte Pause vor dem 100. Bauchbeuger erfordert von mir nur, dass ich zu einem anderen Zeitpunkt den Sit-Up 82-100 mache. Denn das Fett pausiert nie… Aufgeschoben ist nicht aufgehoben…

Pause erfordert Planung

Mami-Pausen brauchen Aufmerksamkeit. Viele Tipps für „Pausen“ vom aktiven Muttersein, gerne betitelt als Mum-Me-Time, erfordern Planung, Koordination und auch oftmals Geld… Die kleine Pause bei der Thai-Massage bedarf einer Terminvereinbarung, Kinderkoordination, Beschaffung von Bargeld am Automaten. Und kommt man danach bestgelaunt-durchgeknetet nach Hause ist die Wohnung leider nicht sauberer, die Kinder nicht gewaschener, das Essen nicht fertiger… Die Organisation einer Mami-Pause kann sogar in Stress ausarten: Hotel-Buchungen zum Internet-Schnäppchenpreis zum Beispiel sind kein Spaß. Ebenso das ergooglen der neuen Trendbar. Für Meditation zu Hause fehlt mir die Muße und die Verbindung zum meinem innersten Ich. Ich höre eher auf mein äußeres Ich, das in einer freie Minute gerne mal die Neuware bei ZARA-Online checkt.

Mami-Pausen sind anstrengend.

Ich bin also extrem pausenproduktiv. Ich organisiere auch gerne Pausen und After-Pausen. Sage dem Gatten, er soll sich den ganzen Samstag um die Brut kümmern. Rufe die Großeltern an und bespreche die Sommerferienbetreuung. Organisiere den nächsten Mädelsabend. Ein Aufwand, diese Freizeit vom Muttersein… Und dann organisier ich das „nach der Pause“:  waren die Kinder einen Nachmittag allein mit Papi, müssen alle Zimmer aufgeräumt werden. Hat der Mann gekocht, muss die Küche geschrubbt werden und die Teller von AUF der Spülmaschine IN die Spülmaschine gesteckt werden. Erholung ist einfach anders!

Was ist besser als die Mami-Pause?

Also wer will wirklich eine Pause? Was ich will ist eine Putzfrau, ein Kindermädchen, einen Chauffeur und einen Koch. Denn erst dann habe ich wirklich Pause – denn dann verschieben sich meine Aufgaben nicht nur um ein paar Stunden, sondern sie werden von jemand anderem erledigt! Erst dann ist eine Pause auch eine Erholung. Was auch helfen würden wäre, wenn die Jungs selbst putzen, kochen und aufräumen würden, wenn der Gatte wüsste was ein Staubsaugerbeutel ist, wenn die Tochter sich selbst Haare und Hintern machen könnte. Oder wenn einfach Alle alt genug sind um auszuziehen und sich komplett alleine um sich selbst zu kümmern. Darauf freue ich mich – das nennt man dann wohl die MenoPAUSE…

 

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