Erwachsene

Mütterliche Gesichtssprache: #restingbitchface und #nofacecontrol

21. Oktober 2016

Das #restingbitchface – „Ich bin besser als Du!“

Im Jahr 2015 machte ein neuer Ausdruck die Runde: das „restingbitchface„. Es bedeutet, dass die Trägerin eben dieses „arrogante-Tante-Ausdrucks“ sich keine Freunde auf den ersten Blick macht – den ihr erster Blick ist voller „contempt“ – voller Verachtung. Das Gesicht zeigt keinerlei Freude, keine innere Zufriendenheit und ist absolutely not content. Besonders viele restingbitchfaces gibt es natürlich hier in den USA. Mein erster Gedanke war: Na klar, die faces hier müssen ja resting sein, denn das viele viele viele Botox verhindert etwas anders als restingfaces… Man denke nur an Melania Trump, Nicole Kidman oder Meg Ryan. Doch das restingbitchface ist anders: Es zeigt Emotionen, aber eben subtil. Bekannteste Trägerinnen sind Victoria Beckham, Kirsten Stewart und Queen Elisabeth II. Ihre hingewachsenen Gesichtszüge zeigen Verachtung. Das ist anatomisch und unbewußt. Der natürliche Gesichtsausdruck dieser Damen sagt immer unterschwellig „Ich bin besser als Du“. Das hätte ich auch gerne…
Da das restingbitchface ein gesellschaftliches Phänomen ist, wurde es wissenschaftlich untersucht und genau definiert wie es auszusehen hat: „one side of the lip pulled back slightly [and] the eyes squinting a little,“ or „kind of a tightening around the eyes, and a little bit of raising of the corners of the lips—but not into a smile.“ Ok – nichts leichter als das… Dankenswerterweise analysiert eine Software mein Gesicht. Kurz mal möglichst emotionslos geschaut, klick, Foto hochgeladen… Das Ergebnis ist niederschmetternd: Selbst mit einem in meinen Augen verächtlichen Blick auf die Welt attestiert mir die Software in meinem Ausdruck zu viel HAPPINESS… Ich habe wohl das, was keiner haben will: #nofacecontrol.

Restingbitchface

Mein Problem: #NOFACECONTROL statt restingbitchface

Meine-Svenja-Freundin sagte dereinst bei einem Vortrag: „Ich denke genau dasselbe wie Du, aber man sieht es mir nicht an.“ Der Vortrag war bock-langweilig. Mein Gesicht machte Dinge, Emotionendinge…  Es lief out of control. Ich wurde schon in der Unterstufe von meiner Lateinlehrerin Frau Vogler ermahnt, ich solle nicht so arrogant sein, wenn sie mich (selbstverständlich völlig ungerechtfertigt) ermahnt. Ich hatte nichts gesagt. Mein Gesicht schon, nämlich „Ich würde Sie wohl ernster nehmen können, wenn Sie dicke dicke Frau mich ermahnen ohne dabei in der linken Hand ein Schoko-Croissant zu halten…“. Das Gesicht war ehrlich. Mein Gesicht sagt manchmal Dinge zu anderen Menschen, bevor mein Gehirn sie denkt. Es ist schnell – und unkontrollierbar. Wenn ich mit Freundinnen weggehe, dann flirtet mein Gesicht auch einfach ohne dass ich etwas dafür kann. Da glitzern die Augen und das Mund grinst voll-lippig – einfach so… Bei zu langen Workshops oder Selbst-Beweihräucherung Anderer sagt mein Gesicht gerne: „Ich versuche wirklich zuzuhören, aber das ALLES interessiert mich ÜBERHAUPT NICHT!“. Ab und an ist das Gesicht auch voller Schadenfreude. Für Alle erkennbar. Blöd…

Ich bin also ein offenes Buch. Mit zuviel Happiness im neutralen Gesicht – belegt durch eine wissenschaftliche Software. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass die Software mein Alter mit 10-20 Jahren angibt. Und das ist doch mal wirklich etwas, wo mein Gesicht mit vollster Arroganz sagen sollte: „Ich bin besser als Du!“

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