Mami geht aus

Ausgehen am Gärtnerplatz – ein Wochenende in Lokalitäten, Teil 1

6. April 2016

Damals am Gärtnerplatz…

Ich bin in den ’90ern an den Gärtnerplatz gezogen – da war es weder hip noch unbezahlbar. Ich kenne noch die Homobars namens Xanthippe und Inges Karotte. Gegenüber meiner Wohnung war eine Kaschemme, in welcher der griechische Besitzer meiner Mitbewohnerin und mir selbst um vier Uhr morgens noch eine Flasche Ouzo und einen Aschenbacher auf den Tisch stellte. Heute ist dort eine Hipster-Bar. Ich kenne noch Werner, wie er auf seinem Schifferklavier „Kriminaltango“ in der Fraunhofer Schoppenstube (also bei „Gerti“) anstimmte. Ich erinnere mich noch, dass es an der Ecke ranzige Pizzas statt Glockenbachsuiten gab… Früher trank man nur Bier aus Flaschen auf dem Boden sitzend, man kaufte Zigaretten bei Mama Afrika*. Sprizz und Hugo auf Stühlen trinkend – das gab es in Schwabing… Gärtnerplatz war Arbeiterviertel, Schwabing war Schickeria…

„Was nach Schwabing? I trag doch mei guads Geld ned nach Schwabing nauf…“ Ehemaliger Mitbewohner A.N.

Doch die Zeiten haben sich -wie Alle wissen- gewandelt. Nach meinen diversen Aufenthalten in in- und ausländischen Groß-und Hauptstädten kam ich 2007 wieder an den Gärtnerplatz zurück. Durch extrem extrem günstige Umstände in dasselbe Haus wie schon 1997 zu extrem erschwinglichen Mietbedingungen… Welch eine Veränderung – die Gentrifizierung hat voll zugeschlagen. Alles neu, alles hip. SUV’s statt Vespas, Friseure statt Boaz’n, Galerien statt Schwulenshops… Aber dennoch: Es gefällt es mir noch immer besonders gut hier, daheim – vor allem am Wochenende…

Ein perfektes Wochenende am Gärtnerplatz

Natürlich kann man viel mehr machen als Auszugehen – aber nun konzentrieren wir uns eben auf den lukullischen Spaß… Und zunächst einmal auf den Freitag…

Freitag: Da ich freitags nicht ins Büro muss, kann ich -nachdem ich Kinder in Krippe, Kindergarten und Schule gebracht habe- zu Hause ein leckeres Frühstück genießen und mich dann der Bloggerei widmen. Da ich bis mittagsGärterplatz gearbeitet habe, gönne ich mir -meistens mit meiner Freundin Anna- ein leckeres Mittagsmenü im CHI. Dort wird feine Hong-Kong-Cuisine serviert, was bei mir allerdings unter „chinesischem Essen“ läuft… Zur Mittagszeit sind die Preise sehr entgegenkommend… Nach vielem Quatschen holen wir zusammen die Kinder aus den diversen Einrichtungen und gehen im Rudel zur besten Eisdiele im Viertel: Al Teatro. Dort gibt es eine riesengroße Auswahl an leckerem italienischem Eis und spezielle Kinderkugeln. Chefin Patricia beglückt die Kleinen mit extra Smarties in der Waffel – da freut man sich als Kind, selbst wenn die Kugel schon im GärterplatzBauch/ auf dem Boden gelandet ist… Selbstverständlich ist das Eis ein Bestechungsversuch – denn abends kommt der Babysitter dem es zu gehorchen gilt. Denn Mami geht aus. Als erstes treffe ich Freunde im Ferdings. Dort bekommt man die unterschiedlichsten Gerichte in Tapas-Form. Alles klein, alles fein – und dazu Wein… Man kann sich gruppen-dynamisch nach und nach durch die gesamte Karte essen und sich dabei zuprosten. Nach einigen „Prosts“ rafft man sich auf und schaut noch mal kurz in der „Skaterbar“ vorbei. Der Betreiber ist der Superskater Robinson Kuhlman, daher nennen wir es „Skaterbar“ – und auch weil junge hippe Skaterboys hinter der Bar rumhängen und die Cocktails so mischen wie es sie wohl selbst am liebsten trinken würden: stark… Das Motto: Alcohol is the liquid version of Photoshop (siehe Bild). Eventuell heißt der Laden aber auch „14“ oder „New York Bar“… Da ich gelernt habe, dass die leckere Mischung heftig ist, schlendere ich noch auf dem Heimweg am Bergwolf vorbei und hole mir die altbewährte Currywurst mit Pommes. Kann ja nicht schaden… Denn morgen ist Samstag und ich gehe wieder aus – an einem perfekten Wochenende am Gärtnerplatz… Wohin erfahrt Ihr in Teil 2…

CHI  // Rumfordstraße 14 // 80469 München
Al Teatro // Reichenbachstraße 11 //  80469 München
Ferdings // Klenzestraße 43 // 80469 München
Skaterbar/ 14/ New York Bar //Corneliusstraße 14 // 80469 München
Bergwolf // Fraunhoferstraße 17 // 80469 München

*Ja ich weiß – weil ich es höre… Es sitzen noch immer Menschen auf dem Boden und trinken Bier aus Flaschen… Aber nur auf dem Teilstück Gras, das es zu belagern gibt seit die Stadt die Blumenrabatten gepflanzt und „Silencer“ engagiert hat – zur Eindämmung des Partylärms. Früher war da einfach nur Gras!

Bildquellen der Bilder im Text: CHI und Ferdings

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1 Comment

  • Reply Ausgehen am Gärtnerplatz - Ein Wochenende in Lokalitäten, Teil 2 12. April 2016 at 8:07 am

    […] Nachdem ich am Freitag des perfekten Wochenendes den Abend mit einer Currywurst ausklingen ließ, starte ich nun […]

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