Kinder

Der 5. Geburtstag – 30 Kinderhände, Dinosaurier, ein Müllhaus und der Wahnsinn

6. Mai 2016

Schlangen, Monster, Prinzessinen und Dinosaurier-Spiele bitte…

Mein Sohn strukturiert das Jahr nach Großereignissen: Sommerurlaub, Oktoberfest, Weihnachten, Ostern und die Geburtstage vom ihm und seinen Geschwistern. Somit war für ihn klar: Direkt nach Weihnachten kommt Ostern, kurz danach hat er Geburtstag. Also begann er nach den Weihnachtsferien Freunde, Familie und weniger Bekannte zu seiner Party einzuladen und sich Geschenke zu wünschen. Nach Ostern versuchte er den Zeitverlauf etwas zu bescheunigen indem er listig wurde: Wann werde ich fünf? Nur noch 20 Mal schlafen. Seine Strategie: Je öfter er wach wird, desto öfter hat er geschlafen, desto schneller wird er fünf Jahre. Folglich bemühte er sich nur noch drei Stunden am Stück zu schlafen und immer wieder aufzuwachen. Blöderweise hatte das doch keinen Einfluß auf das kalendarische Fortschreiten und er musste sich wahrhaft 20 Tage gedulden. Diese Zeit wurde jedoch genutzt für eine beispielhafte Vorbereitung.
Nachdem wir das favourisierte Motto „Schlangen-Monster-Prinzessinen-Dinosaurier-Spiele-Party“ (schließlich sollte etwas für JEDEN dabei sein – auch für die Mädchen… Er ist ein Charmeur…) runtergebrochen haben auf „Dino-Geburtstag“, fing ich an zu organisieren. Netterweise habe ich vom tambini Onlineshop prima Dino-Dekoartikel bekommen und der Callwey Verlag schenkte mir das schöne Buch „Fräulein Klein feiert mit Kindern„… Ich fühlte mich perfekt ausgerüstet…

Der Tag der Dinosaurier-Spiele

Aufgregung und Vorfreude waren riesig beim Kind. Nervosität wurde größer und größer bei mir: Der Himmel färbte sich immer grauer. wetter.de und wetter.com gaben unterschiedliche Regenwahrscheinlichkeiten an. Die Wahrscheinlichkeit dass wir im Garten feiern können, lag bei 25-50 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich 15 Kinder zwischen vier und sechs Jahren in die Wohnung lassen möchte, lag bei 0 Prozent… Nun regnete es – zu 100 Prozent. Doch Petrus hatte Erbarmen und pünktlich zum Partybeginn endete der Regen. Mit Matsch muss man rechnen…

Dinosaurier-Spiele

Die Party begann mit dem üblichen Einspielen der Kinder und dem neugiereigen Umherstreunern… Aha, hier wohnt er also – dort ist sein Radl, wo schläft er denn? Die Neugier entzweite den Trupp und ich musste einen Teil der Garten-Regenmatsch-Kinder aus dem vormals aufgeräumten Kinderzimmer entfernen, während Andere schon zur Schatzsuche bei den Nachbarn (warum auch immer dort?!) vorpirschten. Die Ansage: KEINER GEHT HOCH IN DIE WOHNUNG erwies sich als voreilig, denn die Folge war, dass Einige das Garteneck als Urinal nutzen… Es ist faszinierend zu sehen, welch unterschiedliche Interessen und Charaktere sich im Vorschulalter finden… Gemeinsam haben sie jedoch: Ich will Süßigkeiten! Ich will Schatzsuche (weil Geschenketütchen)!! Und um den Spieltrieb gerecht zu werden und am Ende die ersehnten Geschenketütchen oder „Mitgebsel“ zu bekommen, müssten die lieben Kleinen Spiele spielen… Ja, ich habe mir vorab Spielchen überlegt. Hoch kreativ….

  1. Luftballon-Tanz: Der Dinosaurier-Spiele Bezug ist so zu erklären, dass auf den Luftballon Dinosaurier waren… Da ich es wichtig finde, Kindern einen Musikgeschmack anzuerziehen habe ich eine coole Playlist erstellt: Von We will rock you bis zur „Punk-Ska-Version“ von Donikkl’s Fliegerlied war Alles dabei. Beim klassischen Luftballontanz fand die Musik großen Anklang. Keinen großen Anklang fand jedoch das Zerplatzen der Ballons. Weniger wegen des Knalls, sondern wegen des Fakts „Ausgeschieden!“.
    Merke: offensichtliches Verlieren erzeugt Geheule bei Fünfjährigen… Also ran an die Spiele, bei denen jeder gewinnt – wir verzichten eben auf Lehrstunden für’s Leben…
  2. Brezel-Schnappen: In unserem Hinterhof ist die Anordnung von höheren Topfpflanzen, Regenrinnen und Pfützen offensichtlich so, dass man keinerlei Schnüre in der Höhe von 1,40 Meter spannen kann, ohne dass der Hüpfer samt der Umherstehenden klitschnass werden. Brezeln wurden aufgefädelt, heruntergerissen, in der Pfütze versenkt… Also war dieses Spiel von äußerst kurzer Dauer. Bemerkenswerterweise fanden die Damen es weniger schlimm naß zu werden als die jungen Herren… Liegt das an der Emanzipation oder am Glockenbach-Viertel?
  3. Schatzsuche: Und dann endlich die Schatzsuche! Gemäß des Mottos Dinosaurier, gab es ein Dinosaurier Spiel: Die kleinen Forscher mussten zwei Dinoskelette im Keller ausgraben. Nun habe ich just am Geburtstagfeiertag festgestellt dass der ehemals komplett leergeräumte Keller durch den Einzug eines neuen Nachbarn sich stark in Richtung Sperrmüllablage gewandelt hatte. Der ursprüngliche Plan einfach die beiden Kisten mit den Dinoskeletten unter dem Fenster zu platzieren musste abgeändert werden, das Suchziel mittels Kerzenbeleuchtung einfacher findbar gemacht werden… Und schon die nächste Lehre: Wenn Feuer im Spiel ist, schnell handeln… Unser Keller ist feucht, alt, es gibt sicherlich Getier… Die im Garten noch so wagemutigen, mit Stirn- und Fingerlampen ausgestatteten Forscher mussten überzeugt werden, in den Keller hinabzusteigen und sich im Labyrinth aus Kisten und Kellerverschlägen zu bewegen… Es dauerte, die Kerzen brannten, es dauerte… Und dann musste es schnell gehen… Wieder aus den Katakoben entstiegen, gab es Unmut, dass erst NACH Zusammensetzen der Dinoskelette die wahren Schatztüten zu finden waren. So stand es eben geschrieben in der Botschaft der Dinosaurier… Blöderweise hatte ich die Schachtel der Skelette weggeworfen und nun wusste keiner, was am Ende rauskommen sollte. Der Gatte wagte sich dran und am Ende einigten wir uns darauf, dass statt zweier Dinosaurier auch ein Dino-Raumschiff mit Schwert rauskommen könne. Nun mussten sie wieder in den Keller und die Schatztüten finden… Diesmal ohne Feuer… Alles ging gut – jedes Kind kam wohlbehalten ans Tageslicht zurück… Die von mir fast liebevoll gestalteten Butterbrottüten-Schätze wurden gnadenlos zerissen – es wurde verglichen, ob der Kumpel nicht die cooleren Süßigkeiten hatte, es wurde getauscht, geschummelt, geworfen… Am Ende waren Alle zufrieden.
  4. Ich hätte noch mehr Dinosaurier-Spiele gehabt, aber da die Schatzsuche unverhofft lange gedauert hatte, war die Lust der Kinder auf von mit Geplantes gering…Dinosaurier-Spiele

Dann gingen die kleinen Menschen wieder ihren Lieblingsbeschäftigungen nach: Roller fahren, Bilder malen, Masken ausmalen, für’s Foto posieren, mit Wasserpistolen kämpfen. Zwischendurch ein Abstecher ans Dino-Buffet, denn dort gab es Alles, was Diabetes und  Adipositas anregt: Gummibärchen, Schokokuchen, Cola-Stangen, Muffins, Chips…
Es gab Gelächter, es gab Blut, es gab Tränen. Alles war normal…

Die Schlacht

Und dann gab es Essen. Da wirklich noch die Sonne schien, wurde gegrillt… 50 Nürnberger, dazu Semmeln und Ketchup. Aufgrund der vorherigen Plünderung des Dino-Buffets war es verwunderlich, dass überhaupt noch etwas in die kleinen Mägen passte und dass sich noch keiner übergeben hatte… Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nach dreieinhalb Stunden schon sämtlichen Anspruch an Manieren und Etikette aufgegeben. Also wurde gegessen, wie die Höhlenbewohner zu Dinosaurierzeiten (ich habe keinen Lehrauftrag!) gegessen haben: Mit den Händen! Alles durcheinander. Schokokuchenreste und Nürnberger wurden mit Ketchup übergossen und in die Semmel gepresst… Konsolidiertes Essen – kommt im Bauch ja eh Alles zusammen. Hier wurde effizient gemampft… Und kaum war der letzte Haps mit Gewalt in den Mund gestopft, suchte man sich einen neue Beschäftigung… Da keine Dinosaurier Spiele (sondern nur noch Abolen) für nach dem Essen geplant waren, wurden die lieben Kleinen selbst kreativ… Und kletterten im Müllhäuschen auf die Mülltonnen. Sie stampften mit den Füßen auf die Deckel der Restmülltonne, sie schlugen mit den Händen von unten gegen das Wellblechdach. Es war laut. Es war wild. Es war dinosauriermäßig… Ich glaube genau das war das Highlight für die Kinder: Der Wahnsinn im Müllhäuschen…

Ich habe Folgendes gelernt:

  • Bei Spielen darf es immer nur Gewinner geben
  • Kinder, Keller und Kerzen ist eine gewagte Kombination
  • Schokoladenkuchen schmeckt mit Würstel und Ketchup
  • Mülltonnen sind unglaublich anziehend
  • Dinosaurier sind laut
  • Ich hätte nie Kindergärtnerin werden können und verneige mich vor diesen

Ein besonderer Dank geht an tambini für das zur Verfügungstellen der tollen Dino-Deko. Auf der Onlineseite kann man sich motto-spezifisch sein Dekopaket schnüren oder bereits Geschnürte bestellen. Und auch an den Callwey-Verlag für das tolle Buch „Fräulein Klein feiert mit Kindern„. Dieses Buch ist wunderhübsch anzusehen – erfordert aber vom Partyveranstalter gewisse Bastel- und Backfertigkeiten – ich nehme an Fräulein Klein backt öfter… Für findige Finger ein prima Ideengeber!

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1 Comment

  • Reply Ding der Woche - Dinosaurier-Kuchenplatte - Mami und Goer 14. Juni 2017 at 12:15 pm

    […] Kuchenplatte hätten wir mal zum Dinogeburtstag […]

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