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Frust-Brust: Sind BH-Designer immer männlich???

20. November 2016

Der BH und der Durchschnittsbusen

Laut der Busengröße-Weltkarte der DailyMail UK ist die durchschnittliche BH-Größe in Deutschland ein D-Cup mit irgendeiner Zahl dahinter. Andere Quellen besagen, dass Erika Mustermann nur ein B-Körbchen oder wenn’s gut geht und die Menstruation die Drüsen anschwellen lässt, ein C-Körbchen füllt… Wir befinden uns also im Durchschnitt zwischen B und D… Doch genau hier liegt der Büstenhund begraben… Denn ein durchschnittlicher BH mit B-Cups sieht IMMER anders aus als der gleiche durchschnittliche BH mit einem D-Cup… Und JA, meist sieht der BH in B einfach schöner aus… Das wissen auch die Unterwäsche-Hersteller und schicken ihre flachbrüstigen A-Cup-Wanderkleiderständer-Engel mit „extreme push-up“ und ge-strobten und ge-contourten Brüsten über den Laufsteg… Denn kleiner und dünner ist dann doch immer hübscher… Was freuen wir uns alle auf den 5. Dezember – denn da zeigt Victoria wieder ihre secrets und Sinnvolles wie diamantbesetze Büstenhalter – vorgeführt in einem getunten A-Cup.

Wer macht meinen BH?

In meinem Bekanntenkreis ist von A bis H Alles dabei. Ich selbst liege in der Mitte. Früher war das anders – in beide Richtungen. Meine Mutter sprach das Bonmot: „Mei, als Kind warst a so kloa und hager. Aber in da Pubertät bist exlodiert in alle Richtunga…“ Nun habe ich ein explosives, größeres Durchschnitts-Cup. Aber dennoch sind die meisten BHs einfach NICHT für mich gemacht, sondern für die grazile Brust von Miss A. Wer macht also die BHs an der Realität vorbei? Sollte ich Victoria secretly verraten, dass die meisten Frauen größere Brüste als Alessandra Ambrosio haben und sich ZWEI Sachen von ihrem BH wünschen – nämlich Optik und Halt? Denn Victoria, der Agent Provocateur oder auch Chantelle und die anderen Bra-nufacturers scheinen der festen Überzeugung zu sein, dass es einen unbedingten Ausschluß von hübsch und groß geben muss… Warum ist das denn so? Weil fast alle, die BH-Verantwortung tragen vielleicht die gleichen Vorlieben im Boudoir haben wie die Brust-Trägerinnen, aber eben KEINE BRÜSTE! Die Kurzrecherche ergab, dass bei KEINEM der großen Unterwäschehersteller die oberste Ebene von Design, Marketing und Geschäftsführung aus Busenträgerinnen besteht. Quelle surprise! Es sind Männer, die verantwortlich sind für unsere Busen…

Realität vs BH

In einem Schaffensprozess gibt es üblicherweise viele einzelne Produktionsschritte. Ziel ist auch eine stete Weiterentwicklung. So gab es zwar in den letzen Jahren lustige Erfindungen angefangen von so banalem wie brustvergrößerndem Push-up bis hin zu smart BHs, die die Herzfrequenz bei der Gymnastik messen und dazu gleich Ernährungstipps geben. Warum aber wurden in den vielen Schritten nicht einfach auch Frauen einbezogen – Frauen mit den verschiedensten Brustgrößen? Und hier meine ich nicht nur bei der Produktion von normalen BHs, sondern auch von Sport-BHs, Bikinis oder Badeanzügen. Es ist schlichtweg unmöglich einen Badeanzug zu finden, der gleichzeitig eine H-Brust im Zaum hält und sich an eine 40-er Taille anpasst – und dabei nicht so aussieht als würde er für Tante Erna’s Wassergymnastik im solarbeheizten Altersheim-Schwimmbecken gefertigt sein. Bei Sport-BHs scheint folgende Gleichung zu gelten: dicker Busen = dicke Frau = unsportlich = keine Absatzmöglichkeit. Es gibt wirklich wenige Sport-BHs, die das D-Busen-Bonanza beim Joggen bezwingen können.

An die BH-Hersteller…

Liebe BH-Hersteller, abgesehen davon, dass ich es toll fände, wenn Ihr Größe und Optik vereinen könntet, habe ich noch folgenden Hinweis für Euch: Brüste sind selten gleich. Nicht nur bei unterschiedlichen Frauen, auch bei ein und derselben Frau. Das hat wieder mal mit den Hormonen zu tun. Oder auch mit unterschiedlich ausgeprägter Brustmuskulatur. Oder auch mit ausgelaufenem Silikon wie bei Djamila Rowe und ihrer extra-Wölbung auf dem rechten Busen, quasi ihrem Brustbrüstchen oder -um in ihrem Jargon zu bleiben- ihrem Titt-Tittchen. (hier danke ich wieder mal der BILD für diesen Investigativ-Journalismus). Nun sind aber Eure BHs immer dafür ausgelegt, dass es links und rechts die perfekte gleich große, bügelstützbare halbrunde Wölbung geben muss… Daher folgende Idee: Ein anpassungsfähiger, individualisierbarer BH. Die Metallbügel sind von Anfang an auf den Körper zugeschnitten bzw hingeformt und das Stoff-Material passt sich dem Zyklusstatus entsprechend der Brustgröße an. Dies in moderner, hübscher Optik. Wahlweise mit Zusatzgadgets wie Herzfrequenzmesser oder Stillmilch-Auslaufschutz. Eben ganz und gar auf die persönlichen Bedürfnisse der Brustträgerinnen angepasst. Was beim Auto Alltag ist, kann doch beim BH nicht so schwer sein… Ich zumindest würde sofort Einen kaufen…

In der Zwischenzeit wundere ich mich einfach weiterhin über den Fantasy Bra oder den Cate Bra Nude… Und darüber, dass der Letztere nicht einmal in der am weltweit meist verbreiteten BH-Größe produziert wird… Verstehe einer die männlichen BH-Hersteller…

 

 

 

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1 Comment

  • Reply Nina 9. Dezember 2016 at 12:23 pm

    Ich muss leider sagen, dass es mir genau umgekehrt geht.
    Tendiere leider eher in die Richtung Flachbrust – in normalen Modegeschäften finde ich vielleicht einen unter 100 A-Körbchen-BHs, der nicht aussieht, als würde ich 3 mal reinpassen. Teilweise ist das sogar bei AA so (und das, obwohl ich meine Oberweite durchaus als „jeweils eine Hand voll“ – und ich habe für eine Frau recht große Hände – bezeichnen würde).
    Es ist seeeeehr deprimierend, wenn mir im Endeffekt nur die Möglichkeiten bleiben:
    – Unsummen für maß-angepasste BHs ausgeben
    – Immer 2 cm Luft zwischen Stoff und Haut zu haben
    – Meine BHs in der Kinderabteilung (auch da gibt es schon BHs! Für 10jährige Mädchen! Ich war sehr irritiert, als ich das gesehen hab…) zu kaufen
    Letztere Möglichkeit ziehe ich übrigens nicht wirklich in Betracht, da mir das dann doch ein bisschen zu absurd erscheint..
    Im Grunde teile ich jedoch deinen Unmut ob der derzeitigen BH-Landschaft.
    Auch, wenns weiter nix bringt, aber: du bist nicht allein.

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