Kinder

Christkind oder Weihnachtsmann?

16. Dezember 2015

Die Kardinalsfrage: Christkind oder Weihnachtsmann

Die Mutter aus einer bayerischen katholischen Kleinstadt, verliebt in die Tradition, dass das geheimnisvolle Christkind unbemerkt die Geschenke unter den Christbaum legt. Der Vater aus dem (fast) gottlosen Preußen, wo der Weihnachtsmann mit seinem Sack ins Wohnzimmer platzt und dort die Gaben verteilt. Die drei Kinder – verwirrt: Wer bringt denn nun die Geschenke? Das Christkind oder der Weihnachtsmann?

Frage: Wer ist denn nun eigentlich das Christkind?

Das Christkind in der Gestalt eines Mädchens mit güldenem Haar wurde angeblich von Luther als Gegenentwurf zur katholischen Heiligenverehrung und als Alternative zum Gabenbringer in Form des Heiligen Nikolaus‘ ins Rennen geschickt. Antwort 1: Das Christkind ist folglich eine 500-Jahre alte Ost-Braut, die im Ursprung nichts mit den Katholiken zu tun hat.
Da das Gabenbringen zeitlich jedoch immer näher an den 24. Dezember rückte, verschwamm in der Wahrnehmung das Christkind oftmals mit dem Jesuskind. Und auf einmal lag das Christkind in der Krippe im Stall, weil es aufgrund von Steuermeldeverpflichtungen seines Vaters umherziehen musste und seine Eltern zur Niederkunft keine Obhut fanden…. Antwort 2:  Das Christkind  ist ein über 2000 Jahre altes männliches Immigrantenkind im Säuglingsalter aus dem arabischen Raum.
Wer ist also nun das Christkind? Zusammengefasst: Ein steinalter arabischer Ossi, der mal männliches, halbnacktes Baby und mal weiblicher Teenie mit Goldlöckchen ist… Bislang hat es jedoch niemand wirklich gesehen.

Wer ist der Weihnachtsmann?

Der Weihnachtsmann tauchte zwar schon 1835 in Liedtexten auf, wurde aber erst 1931 dank Coca-Cola so richtig groß. Leider ist er übergewichtig und oftmals moralisch entartet. Da er eh nicht heilig ist, darf man ihn aus Schokolade nachbauen und ihm den Kopf abbeissen.

Wie kommen die denn zu uns?

Das geheimnisvolle Christkind schwebt würdevoll und hinterlässt keinerlei Spuren. Es hinterlässt nur Geschenke. Deren Ankunft wird mittels eines hellen Glockenklingelns bestätigt. Der Weihnachtsmann landet mit dem von Rentieren (teilweise mit roter Nase!) gezogenem Schlitten auf dem Dach und quetscht sich dann durch den Kamin. Daher bringt zumeist Ruß mit – wenn er es richtig macht. Oftmals ist er aber zu faul für den Weg durch den Kamin uns klingelt einfach an der Tür.

Der passende Geschenkebringer für mich?

Aus Gründen der Identifikation (und der damit einhergehenden besseren Geschenkeauswahl) müsste der Weihnachtsmann die Geschenke für die Erwachsenen bringen und das Christkind die für die Kinder. Ein unsportlicher Erwachsener, der beim Anblick kleiner Kinder seine wahren Gefühle hinter debilem Dauergrinsen versteckt und gerne einsilbig spricht „Ho ho ho“. Ja, der versteht mich und kann mir meine Geschenke bringen… Und das liebliche Christkind, das direkt in die Herzen der Kleinen sehen kann, wird auch die Wichtigkeit von der achten Schachtel LEGO Ninjago nachvollziehen können…

Wer also kommt zu uns?

Das Christkind.
Aus folgenden Gründen:

  • Keine Zeit ein Weihnachtsmannkostüm zu organisieren
  • Keine Zeit kindertaugliche Verse dem Weihnachtsmann in den Mund zu legen
  • Kein Vertrauen, dass er sich selbst etwas Schönes überlegt
  • Das Christkind kommt und geht ungesehen. Es lässt einfach Gaben da. Es ist ein guter Gast.
  • Zahlenmäßig überwiegen die Kinder. Wegen o.g. Identifikationsgründen hat der Weihnachtsmann auch hier schlechte Karten…
  • Wir sind nun mal mehrheitlich katholisch
  • Alle Wünsche wurden ans Christkind adressiert oder standen hier
  • So war es immer schon

Liebes Christkind, ich freu mich auf Dich!

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1 Comment

  • Reply Die BILD sagt wie man Mütter erkennt. Ich kläre auf. - Mami und Goer 28. Dezember 2015 at 9:07 pm

    […] immer drei Taschen, wenn sie aus dem Haus gehen Weil sie sich so freuen, wenn sie vom Christkind ein Chloé-Täschchen bekommen haben und das nun ausführen wollen. Neben Wickeltasche und […]

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