Erwachsene

Corona-Regel-Verwirrung: Sperrt endlich die Anderen wieder ein…!

28. Oktober 2020
Voller Bus ohne Abstände zu Coronazeiten sorgt für Verwirrung

Nun habe auch ich Corona-Verwirrung…

Am Montag regnete und windete es. Es war naß und kalt – zu kalt zum Radln, zu kalt um die Kleinen per pedes von den Einrichtungen abzuholen. Es war ein klassischer Herbsttag, also besser mal mit dem Bus fahren, dachte ich. Und es war Streik! Verdi-Verhandlungsführer Kai Winkler sorgte für eine Lahmlegung des Öffentlichen Nahverkehrs. Kein Bus, keine U-Bahn, keine Tram… „Unvermeidbar“ sagte der Kai. Statt MVG gab es Stau, statt Mobilität gab es Stillstand, statt Verständnis für MVG-Helden-des-Alltags gab es Verspätung für Alle. Und das Schlimmste: statt Abstand gab es Corona! Der Inzidenzwert lag bei 114.
Am Dienstag zuvor war ich mit dem Mann an meiner Seite Abendessen. Zuvor hat mein Herr Lohse die Hygienemaßnahmen im Restaurant überprüft. Alles Covid-vermeidend und regelkonform, überall große Abstände. Um 20.20h kam der Restaurantleiter und bat uns zu bezahlen, da er um 21.00h das Licht ausschalten müsse und davor Alles desinfiziert sein muss. Wir bekamen Plastikbecher um auf dem Heimweg austrinken zu können. Der Inzidenzwert lag bei 72.
Am Samstag haben Kind 1 und Kind 2 in ihren jeweiligen Fussballvereinen Auswärtsspiele. Aus organisatorischen Gründen fahren jeweils rund zwanzig oft regelscheue (Vor-)Pubertierende mit den Vereinsbussen zum Austragungsort. Mitsamt Trainer. Mitsamt einigen Eltern als Betreuern. Andere Zuschauer sind jedoch verboten. Der Inzidenzwert könnte dann über 150 liegen…
Ich bin verwirrt…

Wenn aus Corona-Verwirrung ein Wendler wird…

Die Kollegen Attila, der Wendler und Xavier sind schon betroffen. Die Corona-Verwirrungen sorgten zu kompletten Irrungen. Selbst einfache Geister hinterfragen nun die Regeln – und hinterfragen Spahn‘sche Sondervollmachten und Söder‘sche Alleingänge. Besonders einfache Geister hinterfragen gar die Existenz eines Fledermaus-essenden Chinesen oder generell das Dasein des COVID-19-Virus‘. Wie konnte es soweit kommen? Was ist in den letzten Monaten passiert? Die Antwort ist ZUVIEL: jeden Tag ein bisschen mehr Informationen, jeden Tag ein bisschen mehr Erkenntnisse, jeden Tag ein bisschen mehr Erfahrung… Niemand stellt in Frage, dass man handeln muss. Dass man aber DASSELBE -näher zusammenzustehen- nicht in Bus und in einer Bar tun darf, ist schwierig nachzuvollziehen… Dass man DASSELBE -in der Grundschule einen Mundschutz zu tragen- nicht in München Stadt und in München Landkreis tun muss, ist schwer vermittelbar.

Wenn die Anderen nicht immer unterwegs wären…

Grundsätzlich sind ja die Anderen Schuld. Würden die sich an die Regeln halten, würden die sich weniger zu illegalen Raves verabreden, weniger Garagenpartys feiern oder generell weniger rausgehen, gäbe es nicht so hohe Zahlen, oder? Also bleibt nur die Lösung die Anderen wieder in ihre Schranken zu verweisen und ihnen die Lust am Rausgehen zu nehmen. Gerade jetzt beraten die Ministerpräsidenten der Länder über einen “Lockdown Light“. In ein paar Stunden sehen wir, ob die Politiker und ich der gleichen Meinung sind… Die Beschlußvorlage ist ja schon durchgesickert, unklar ist aber noch ob Bodo und Markus jemals übereinstimmen werden. Unklar ist aber auch, ob es gelingen wird VERSTÄNDLICHE Regeln zu formulieren, für Alle NACHVOLLZIEHBARE Konsequenzen durchsetzbar zu machen.


Plastikbecher, Busfahren und Aluhut.

Ich zumindest fände es super verstehen zu können, warum ich vielleicht bald wieder aus einem Hygiene-Konzept-ausführendem Restaurant gebeten werde, um dann in einem komplett überfüllten Bus mein Restgetränk aus einem Plastikbecher leeren zu sollen – zum Trinken darf ich natürlich den Mundschutz abnehmen… Und ich muss schnell trinken, denn da wo ich wohne, herrscht ab 21.00h auch im Freien absolutes Trinkverbot! Ich wäre dankbar den Söhnen verständlich erklären zu können, warum sie -zum Glück!- in die Klasse mit rund 20 Kindern gehen dürfen, zum Sport mit rund 20 anderen Kindern gehen dürfen, aber sie sich leider nicht mit ihren Klassenkameraden zum Kicken auf dem Bolzplatz treffen dürfen.

Oder ich bin solidarisch, sperre mich mit den Anderen einfach weg und mache Social Limitaions (Distancing geht generell nicht bei vier Kindern…). Dann setze ich mir zur Sicherheit einen Aluhut auf, rufe den Wendler an und frage ihn ob Trump das „China-Virus“ in den USA schon eigenhändig beseitigt hat… What a wonderful world!

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